Donnerstag, 22. Dezember 2011

Weihnachten in meiner Kindheit

In meiner Kindheit lag eigentlich jedes Jahr das selbe (oder sagt man das gleiche?) unter dem Weihnachtsbaum - nämlich meine Puppenküche. Das war nur ein einfacher, nach vorne und oben offener Holzkasten mit zwei kleinen Fenstern an den Seiten - aber das Mobiliar für die Küche hat mein Opa  selbst gemacht (er war Möbelschreiner). Ich hatte einen Küchenschrank aus Holz, der genauso aussah wie der Schrank in unserer richtigen Küche, mit Vorhängen hinter den Scheiben. Diese Ähnlichkeit kam nicht von ungefähr, denn auch den "Großen" hatte mein Opa geschreinert. Dazu gab es noch einen Holztisch und, wenn ich mich recht erinnere, auch Stühle oder Hocker. Der Tisch hatte sogar eine richtige Schublade!

Besteck für die Puppenküche
Zu Weihnachten bekam ich dann immer ein neues Teil dazu - mal den Küchenherd oder Töpfe, Tellerchen, Tassen und Besteck. Manchmal gab es auch nur neue Vorhänge für die Fenster und eine Decke für den Tisch. Den Herd konnte man mit Esbit beheizen (den speziellen Geruch habe ich immer noch in der Nase) und so habe ich mir Kakao gekocht und ihn aus meinen Puppentässchen getrunken (auch diesen Geschmack habe ich noch auf der Zunge). Andere Geschenke gab es nicht - oder ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Am Dreikönigstag, wenn auch der Weihnachtsbaum abgeräumt wurde, verschwand meine Puppenküche dann plötzlich wieder - bis zum nächsten Jahr. Ich habe nie herausgefunden, wo sie während des Jahres versteckt wurde.

Meine schöne Puppenküche gibt es heute leider nicht mehr. Meine Mutter ist 1962 zwei Wochen nach Weihnachten gestorben - ich war gerade mal 12 Jahre alt. Danach kam die Küche irgendwann abhanden. Ich vermute, dass mein Vater sie einfach weggegeben hat. Ich habe ihn oft danach gefragt, aber er wusste, so sagte er zumindest, nicht mehr wo sie geblieben war. Ich konnte ihm das - wie manches andere auch - bis heute nicht verzeihen.

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