Samstag, 31. Oktober 2009

Szenen einer Ehe - Feierabend...

     

Feierabend

Bürgerliches Wohnzimmer. Der Hausherr sitzt im Sessel, hat das Jackett ausgezogen, trägt Hausschuhe und döst vor sich hin. Hinter ihm ist die Tür zur Küche einen Spalt breit geöffnet. Dort geht die Hausfrau emsiger Hausarbeit nach. Ihre Absätze verursachen ein lebhaftes Geräusch auf dem Fliesenboden.

SIE: Hermann...
ER:  Ja...
SIE: Was machst du da?
ER:  Nichts...
SIE: Nichts? Wieso nichts?
ER:  Ich mache nichts...
SIE: Gar nichts?
ER:  Nein...
(Pause)
SIE: Überhaupt nichts?
ER:  Nein... ich sitze hier.
SIE: Du sitzt da?
ER:  Ja...
SIE: Aber irgendwas machst du doch?
ER:  Nein...
(Pause)
SIE: Denkst du irgendwas?
ER:  Nichts Besonderes...
SIE: Es könnte ja nicht schaden, wenn du mal etwas spazieren gingest.
ER:  Nein-nein...
SIE: Ich bringe dir deinen Mantel.
ER:  Nein danke...
SIE: Aber es ist zu kalt ohne Mantel.
ER:  Ich gehe ja nicht spazieren...
SIE: Aber eben wolltest du doch noch.
ER:  Nein, du wolltest, dass ich spazieren gehe.
SIE: Ich? Mir ist es doch völlig egal, ob du spazieren gehst!
ER:  Gut...
SIE: Ich meine nur, es könnte dir nicht schaden, wenn du mal spazieren gehen würdest.
ER:  Nein, schaden könnte es nicht...
SIE: Also was willst du denn nun?
ER:  Ich möchte hier sitzen.
SIE: Du kannst einen ja wahnsinnig machen!
ER:  Ach...
SIE: Erst willst du spazieren gehen...dann wieder nicht...dann soll ich deinen Mantel holen, dann wieder nicht. Was denn nun?
ER:  Ich möchte hier sitzen...
SIE: Und jetzt möchtest du plötzlich da sitzen...
ER:  Gar nicht plötzlich...ich wollte immer nur hier sitzen...Ich möchte hier sitzen und mich entspannen.
SIE: Wenn du dich wirklich entspannen wolltest, würdest du nicht dauernd auf mich einreden. . .
ER:  Ich sag ja nichts mehr...
(Pause)
SIE: Jetzt hättest du doch mal Zeit, irgendwas zu tun, was dir Spaß macht.
ER:  Ja...
SIE: Liest du was?
ER: Im Moment nicht...
SIE: Dann lies doch mal was...
ER:  Nachher, nachher vielleicht...
SIE: Hol dir doch die Illustrierten...
ER:  Ich möchte erst noch etwas hier sitzen. . .
SIE: Soll ich sie dir holen?
ER:  Nein-nein, vielen Dank...
SIE: Will der Herr sich auch noch bedienen lassen, was?
SIE: Ich renne den ganzen Tag hin und her...Du könntest doch wohl einmal aufstehen und dir die Illustrierten holen.
ER:  Ich möchte jetzt nicht lesen...
SIE: Mal möchtest du lesen, mal nicht...
ER:
Ich möchte einfach hier sitzen.
SIE:
Du kannst doch tun was dir Spaß macht.
ER:
Das tu ich ja!
SIE: Dann quengle doch nicht dauernd so rum.
ER(schweigt)
SIE: Hermann!
ER(schweigt)
SIE: Bist du taub?
ER:  Nein-nein...
SIE: Du tust eben nicht, was dir Spaß macht...statt dessen sitzt du da!
ER:  Ich sitze hier, weil es mir Spaß macht...
SIE: Sei doch nicht gleich so aggressiv!
ER:  Ich bin doch nicht aggressiv.
SIE: Warum schreist du mich dann so an?
ER(schreit)... ICH SCHREIE DICH NICHT AN!!

aus "Szenen einer Ehe in Wort und Bild"
Diogenes Verlag, ISBN 3257217641

Freitag, 30. Oktober 2009

Szenen einer Ehe - Das Ei ist hart...


Das Ei 

Das Ehepaar sitzt am Frühstückstisch. Der Ehemann hat sein Ei geöffnet und beginnt nach einer längeren Denkpause das Gespräch.
 
ER:  Berta!
SIE: Ja...
ER:  Das Ei ist hart!
SIE: (schweigt)
ER:  Das Ei ist hart!
SIE: Ich habe es gehört...
ER:  Wie lange hat das Ei denn gekocht?
SIE: Zu viel Eier sind gar nicht gesund...
ER:  Ich meine, wie lange dieses Ei gekocht hat...
SIE: Du willst es doch immer viereinhalb Minuten haben...
ER:  Das weiß ich...
SIE: Was fragst du denn dann?
ER:  Weil dieses Ei nicht viereinhalb Minuten gekocht haben kann!
SIE: Ich koche es aber jeden Morgen viereinhalb Minuten!
ER:  Wieso ist es dann mal zu hart und mal zu weich?
SIE: Ich weiß es nicht...ich bin kein Huhn!
ER:  Ach!... Und woher weißt du, wann das Ei gut ist?
SIE: Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott!
ER:  Nach der Uhr oder wie?
SIE: Nach Gefühl...eine Hausfrau hat das im Gefühl.
ER:  Im Gefühl? ...Was hast du im Gefühl?
SIE: Ich habe es im Gefühl, wenn das Ei weich ist...
ER:  Aber es ist hart...vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht...
SIE: Mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Ich stehe den ganzen Tag in der Küche, mache die Wäsche, bring deine Sachen in Ordnung, mache die Wohnung gemütlich, ärgere mich mit den Kindern rum, und du sagst, mit meinem Gefühl stimmt was nicht!?
ER:  Jaja...jaja...jaja...wenn ein Ei nach Gefühl kocht, dann kocht es eben nur zufällig genau viereinhalb Minuten!
SIE: Es kann dir doch ganz egal sein, ob das Ei zufällig viereinhalb Minuten kocht... Hauptsache, es kocht viereinhalb Minuten!
ER:  Ich hätte nur gern ein weiches Ei und nicht ein zufällig weiches Ei! Es ist mir egal, wie lange es kocht!
SIE: Aha! Das ist dir egal...Es ist dir also egal, ob ich viereinhalb Minuten in der Küche schufte!
ER:  Nein-nein...
SIE: Aber es ist nicht egal...das Ei muss nämlich viereinhalb Minuten kochen.
ER: Das habe ich doch gesagt...
SIE: Aber eben hast du doch gesagt, es ist dir egal!
ER:  Ich hätte nur gern ein weiches Ei...
SIE: Gott, was sind Männer primitiv!
ER:  (düster vor sich hin) Ich bringe sie um...morgen bringe ich sie um...

aus "Szenen einer Ehe in Wort und Bild"
Diogenes Verlag, ISBN 3257217641

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Startversuche V2 - Wo issin, wo issi denn?!

Nach langem Warten auf den richtigen Zeitpunkt und das passende Wetter - kein Regen, kein Wind, die Maisfelder sollten abgeerntet sein - war es am Samstag endlich soweit: Der Jungfernflug für die beiden V2-Modellraketen, genannt Friedrich & Friedrich (der Große und der Kleine), wurde gestartet.

Friedrich & Friedrich vor ihrem ersten Start

V2 Modellraketen

Der erste Start des "Großen" war zufriedenstellend, von da an gab es aber für ihn leider nur noch Fehlstarts und Fehlzündungen. (Es lag an den fehlerhaften Zündkapseln) Aber der "Kleine", echt super! Da kann man wirklich sagen "Klein aber Oho". Flurschäden oder größere Beschädigungen an den Flugkörpern sind nicht zu melden, allerdings wurden bei den Akteuren und den Zuschauern die Lachmuskeln ziemlich strapaziert und der Zündmeister verbrannte sich des Öfteren die Finger...autsch. Auf jeden Fall hatten wir alle viel Spaß. Es wurde viel gelacht....



In der Zwischenzeit ist auch der Untersuchungsbericht der BRU (Bundesstelle für Raketenunfalluntersuchung) eingetroffen. Er gibt uns eine detaillierte Beurteilung des Raketenunfalls und zeigt die Schlussfolgerungen zur möglichen Unfallursache auf...

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Die Macht des Meisters...

"Der Meister" hat gesprochen. Ein Machtwort. Er wünsche keine öffentlichen Bilder von sich im Internet. Ich habe deshalb die Fotos unserer Renovierung entsprechend bearbeitet und die Gesichtserkennung deaktiviert...

Freitag, 9. Oktober 2009

Das Unwort des Jahres...

Apfelessig 2009
Meine Familie hat das "Unwort des Jahres" gewählt. Die Wahl fiel auf Essigmutter. Vor einem Jahr habe ich nämlich mit der Produktion von eigenem Apfelessig begonnen, mit großem Erfolg! Inzwischen mache ich auch Weißwein- und Rotweinessig. Außerdem noch Holunderblütenessig ... Himbeeressig ... Basilikumessig ... Estragonessig ... Chiliessig ... Knoblauchessig ... Pfefferessig ...

Natürlich gab es da einiges zu berichten, ich musste die Familie doch über meine Fortschritte informieren. Ohne Essigmutter gibt es nun mal keinen Essig, da fiel dieses Wort halt ziemlich häufig. Ich liebe sie eben, meine gute und fleißige Essigmutter.

Na gut, es kann schon sein, dass ich es in meiner Begeisterung etwas übertrieben habe. Meine Gesprächsthemen waren in letzter Zeit vielleicht etwas einseitig, aber Essigmutter gleich als Unwort zu küren?! Ich weiß auch nicht so recht... Auf meiner Homepage ist "Apfelessig selber machen" auf jeden Fall der Renner. Und da kommt Essigmutter auch häufig vor...

Samstag, 3. Oktober 2009

Ein harter Kampf!

In diesem Sommer haben wir unsere Wohnung renoviert. Der alte Teppichboden musste raus, dafür wurden schöne Fliesen verlegt. Das war ein harter Kampf, aber nun sind wir fertig, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist alles wirklich sehr schön geworden. Vor allem mein Göttergatte hat Großes geleistet, er wird von mir nur noch "der Meister" genannt!

Vielen Dank auch an Kai P., der uns tatkräftig beim Ab- und Aufbau geholfen hat und der auch Sonntagsarbeit nicht scheute.

Die chronologischen Fortschritte unserer Renovierungsarbeiten könnt ihr euch hier ansehen.